Bermuda und die Shorts

Dass es Bermuda Shorts gibt wusste ich ja, aber dass die wirklich auf der Insel ihren Ursprung hatten wusste ich nicht. Dachte ist so was wie ein Werbegag. Nein, das Kleidungsstück hat hier so eine große Bedeutung wie der Anzug beim Bänker. Hier werden die bunten kurzen Hosen mit Kniestrümpfen getragen, dazu ein Hemd mit Manschetten und logisch einem Jacket. Also alles in allem eine chice Sache, bisschen gewöhnungsbedürftig aber ein richtiger Hingucker.

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Was wir bei unserer Ankunft schon gefühlt hatten, dieses besondere Feeling blieb über die ganzen drei Wochen so erhalten. Die Freundlichkeit, der respektvolle Umgang miteinander, die locker leichte Fröhlichkeit überall war unglaublich.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Bus und Fähren sind wir quer über die Insel gefahren. Die Häuser mit ihrer besonderen Bauweise (übers Dach werden in Bermudas die Wasserspeicher gefüllt) und ihren bunten Farben sind so einladend wie die Mensch die drin wohnen. So hat z.B. der Rigger Steve Hollis die ganze OCC (Ocean Cruising Club) Gemeinde zu sich nach Hause eingeladen. An die 30 Boote plus deren Crew waren da, jeder sollte ne Kleinigkeit mitbringen. Nach der Zusammenkunft sind wir auch Mitglieder geworden. Fast alle waren auf dem Weg nach Europa. Es gibt Aufnahmekriterien die da lauten: du musst zwingend 1000 sm am Stück gesegelt haben……war ja gar kein Problem für uns 🙂
Wir waren mit die letzten die das Haus verlassen haben, beim gehen fragte mich Steve noch ob ich nicht Lust hätte für ein paar Leuten zu kochen. Er und seine Frau Susann würden das öfter machen, so können sie die internationale Speisen zu Hause mit Freunden genießen. Schlau der Steve 🙂 er bat mich nur aufzuschreiben was er denn einkaufen sollte und wir vereinbarten ein Termin. Wir waren Ingesamt 8 Personen 2 Hunde und 1 Katze. Als weitere Gäste hat er einen langjährigen Freund und seine Segelcrew eingeladenen. Tom Gallant Schriftsteller und Schauspieler. Kannten wir natürlich nicht, aber mittlerweile habe ich eins seiner Bücher gelesen und muss sagen es hat mir gut gefallen. Der Abend war kurzweilig, Interessant und die Paella kam bei allen gut an.
Das neue Grossfall sollte ja beständiger sein als die letzten…deshalb entschieden wir uns für ein Mix aus Stahlseil und Tauwerk. (Seldén D hatte eine merkwürdige Empfehlung ausgesprochen, kauft einfach genügend Tauwerk und schneidet immer wieder was ab! Hä?
So eine beknackte Antwort hätten wir von Seldén nicht erwartet. Nachdem Steve im Mast oben ein paar Fotos gemacht hat konnten wir sehen dass es eben eine scharfe Kante neben den Rollen gibt. Deshalb jetzt die Stahlseiltauekombi, war früher Gang und Gebe. Allerdings mussten wir fast 2 Wochen drauf warten. In der Zwischenzeit hat sich ein wunderbares Wetterfenster geöffnet und fast die gesamte Bucht ist aufgebrochen um Richtung die Azoren zu segeln. Angesagt waren 14 Tage angenehmstes Segelwetter. 15-20 Knoten Wind aus S-SW!! Und wir konnten nicht los. Auf der anderen Seite war aber die Insel auch so schön, dass es uns schwer fiel Adieu zu sagen. Als dann endlich das langersehnte Tauwerk kam waren wir nicht mehr zu halten. Kurz schnell noch frische Lebensmittel einkaufen (vorgekocht hatte ich schon Tage zuvor) und Schlauchboot an Bord, Außenborder in die Segellast und Ablegeschnaps (Gamel Dansk) und los geht’s den Anker lichten…..
Es war gegen 15:30 Uhr, also lange genug hell um die ersten Seemeilen zu machen. Immerhin werden es 1800 Seemeilen sein. Aber die Ankerkette ließ sich nicht einholen! F…! Was haben wir uns da eingefangen? So ein Scheißdreck……also Badesachen an und nachschauen was da los ist. Da wir auf 10 Meter Wassertiefe lagen konnte man von oben nicht wirklich viel sehen. Auch im Wasser kein Durchblick! Zu aufgewühlt und die Wolken am Himmel machen auch immer das Licht aus…. Also brauchten wir professionelle Hilfe und haben Dean von der anderen Seite von der Insel beauftragen müssen. Das dauerte auch über ne Stunde bis er da war. Und wir mussten unser schön verstautes Schlauchboot samt Motor wieder klar machen..AAAAAAHHHHHH!
Es dämmerte bereits als Dean (Ex-Marine mind.70 Jahre alt) und sein Security Officer (nettes junges Mädel) mit Janno und dem Schlauchboot wieder ankamen. Ok, let’s see what we’ve got…..
Als er das Malheur inspiziert hat kam er mit der Aussage raus, ha das wird lustig ! Häh?! Lustig?! Fanden wir grad gar nix……aber mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Marinetaucher war das Problem in 1,5 Std und mit 300 Bermuda Dollar behoben.
Es lag ein mind. 15 Meter langes Eisenteil mit der Optik einer alten Kanone auf dem Meeresgrund. Das dumme an dem Teil war nur, dass die eine Seite Richtung Wasseroberfläche zeigte und vielleicht auf 4 Meter endete. Durch ein oder zwei Winddreher auf dem Ankerplatz hat sich die Kette einmal um das Rohr geschwungen und es gab keine Chance das ohne Hilfe zu beheben. Als Dean endlich seine trockenen Sachen wieder anhatte war es schon nach 21 Uhr….also brauchen wir ans losfahren gar nicht denken.
Aber wer weiß, vielleicht war es auch besser so……. Aber nun am 1.6.2019 ausgeschlafen und frisch in See zu stechen machte dann doch mehr Sinn. Auf zu den nächsten Abenteuern!!

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