West Palm Beach nach Bermuda 3.5.2019

Tag 1: Gestartet , nach anfänglichen Problemen mit dem Generator mit gutem Wind aus Süd-Südwest und mit 10-11 Knoten Richtung Bermuda. Wir wollen noch vor der Kaltfront dort sein.
Gegen frühen Abend zog eine Gewitterfront auf und bewegte sich mit großer Geschwindigkeit auf uns zu. Das Naturschauspiel war unheimlich aber auch unglaublich schön. Mit heftigen Blitzen und Donner um uns herum blieben wir aber soweit verschont. Der Regen blieb aber für mehrere Stunden unser Begleiter.
In den Nacht dann sahen wir einen Raketenstart mit anschließender Landung der Trägerrakete. Eine Space X-Rakete mit deutschem Algen-Experiment an Bord. Hätte im Leben nicht gedacht dass wir das aus der großen Entfernung so gut sehen konnten. Das ganze dauerte aber nur wenige Minuten…. raketenschnell halt🤩
Tag 2: Die erste nach bei längeren Touren ist immer die blödste. Mann hat seinen Rhythmus noch nicht gefunden und somit zieht sich das in den nächsten Tag.
Wind hat nachgelassen und wir sind nur noch mit 4 Knoten unterwegs. Mit Wetterwelt haben wir eine Routenplanung vereinbart er schreibt uns wie wir den Wind am besten ausnutzen und warnt uns gleichzeitig vor der bevorstehenden aufziehenden Kaltfronten oder Unwettern. Zum 6.5. haben wir eine Ausweichroute bekommen. Mal schauen wie gut die Jungs sind. Hoffentlich bleiben wir verschont.
Tag 3: Letzte Nacht war es gemütlich wir segelten mit konstanten 6-7 Knoten durch die Nacht ohne Squalls oder andere Vorkommnisse. Recht viele Grossschiffe sind in der Gegend unterwegs und wir immer zwischendurch.
Der Tag begann mit einem Sonnenwolken mix und ich muss hier nun schon die Warmen Seglersachen auspacken. Hatten wir lange gut versteckt…..
Wird kühler…
Tag 4: Die Nacht war klar und fast wolkenlos. Der Wind konstant Süd-Südwest und wir konnten recht gut schlafen. Kein Schiffsverkehr um uns rum.
Zum morgen dann frischt der Wind auf und wir pflügen mit guter Geschwindigkeit voran.
Der Wetterdienst hat allerdings keine schönen Nachrichten für die Strecke und wir sollen in der Nacht heftige Schauer und Gewitter bekommen
Bis zum Abend soll aber alles bleiben wie es ist.
Regenklamotten klar machen
Eine Fischereiflotte fischt genau auf unserer Route mit 6 Booten und einem Mutterschiff es ist unmöglich da mittendurch zu segeln also müssen wir um die ganze Flotte außen rum was mit AIS auf der Karte immer etwas schwierig ist denn die Schiffe scheinen näher als sie wirklich sind somit viel der Bogen großzügig aus.
Tag 5: Das vorhergesagte Gewitter und der Regen ist weitgehendst ausgeblieben. Danke dafür. Aber der Wind hat uns auch im Stich gelassen. Deshalb sind wir fast die ganze Nacht mit dem Motor gelaufen. Was dann aber auch für ein Geknatze im Gebälk gesorgt hat ( Baum wollte immer mit den Wellen hin und her. Das macht einen irre)
Am Morgen haben wir dann wieder mal eine Überraschung besonderer Art entdeckt. Das Grossfall ( die Leine an der das Grosssegel im Mast hochgezogen und an der das Segel hängt) war fast bis auf die letzte Faser durchgewetzt. Ich sag mal eine Stunde später wäre das Segel abgerauscht und das Fall im Mast verschwunden. Nicht auszudenken. Leider haben wir kein Ersatzfall für das Groß. Die Taue die wir haben sind 3-3,5 Meter zu kurz. Somit bedeutet das für uns die letzten 300 Seemeilen nur mit Vorsegel zu laufen und hoffen dass es auf Bermuda ein Rigger gibt.
Die Probleme haben wir schon seit wir das Boot haben. Keiner hat das bisher in den Griff bekommen und weiß genau wo das Problem liegt. Janno hat eine geniale Idee und wir werden versuchen sie in Bermuda umzusetzen.

Tag 6: Gestern Abend bekamen wir noch Besuch von einem Seevogel. Zuerst kreiste er um Mr.Grey dann ließ er sich auf der Rettungsinsel nieder. Wie witzig…. dort putzte er sich ne gute Stunde und ließ sich nicht stören. Dann hob er wieder ab und verschwand in der Nacht.
Die übrigens ruhig verlief. Wir kommen nur mit 3 Knoten voran. Also Bermuda muss noch warten….
Tag 7: Gestern hatten wir das erste mal wieder Besuch von Delphinen. Es ist immer wieder schön diese verspielten Geschöpfe zu beobachten.
Janno und ich mussten mal wieder nach tanken, weil wir uns ja mit Vorsegel und Maschinenkraft fortbewegen. Wir halten die Umdrehungen klein damit wir nicht zuviel Diesel verbraten. Die letzte Nacht war sehr unruhig. Der Wind drehte und die Wellen aber noch nicht mit. Somit hatten wir wirklich fiese Rollerwellen die im Schiff alles in Bewegung hielten. Somit war an schlafen kaum zu denken.
Nun haben wir die letzten 130 Seemeilen vor uns und werden wohl morgen am Vormittag in Saint Georges ankommen. Dort wird der erste Weg zum Rigger sein.
Tag 8: Wind und Welle waren gegen uns und ohne Gross Segel ist es schier unmöglich Höhe zu halten. Kreuzen war nur mit großer Anstrengung möglich aber auch nicht zielführend. Also beschlossen wir das Vorsegel einrollen und uns nur per Maschine auf direktem Kurs begeben. Schmauzewind und 6 Fuß hohe Wellen ließen uns manches mal ausbremsen. Letztendlich war gegen 15 Uhr Land in Sicht und wir haben Gott sei dank genug Diesel für die restlichen Stunden. Bei Sonnenuntergang um 20:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt nach Staint Georges.
Bermuda zu sehen in dem zauberhaften Licht war was ganz besonderes….

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