Azoren-Gibraltar 26.6.-4.7.2019

Tag 1 Gestartet sind wir gemütlich nach dem Frühstück gegen 9:30 Uhr. Das Wetter sollte uns kein Kopfzerbrechen bereiteten und der Autopilot hoffentlich auch nicht.
Mit gutem Wind aus NNW und 15-20 Knoten umrunden wir Pico um dann zwischen Terceia und Saò Miquel in Richtung Gibraltar zu kommen.
Hinterm Pico ( so auch der Name des großen Vulkans) gab es dann null Wind null Wellen aber dafür Walbeobachtungsboote für Touristen. Aha, hier müssen also welche sein. Also schön aufpassen und keinen anfahren!!
Erst als alle Schlauchboote mit Touristen weg waren hat sich ein Ozeanriese gezeigt. Aufgetaucht, Luft geschnappt, mit der Schwanzflosse gewunken und abgetaucht! Einfach unglaublich schön die Tiere.
Der Wind kam dann aber auch gleich als Fallwind vom Berg und legte Mr. Grey kurz flach. Vorsegel rein und Reff ins Groß damit wir nicht nochmal so überrascht werden. Den kompletten Tag und die Nacht hatten wir dann 17-20 Knoten Wind und 2,5 Meter Wellen von der Seite. Ich machte mir Sorgen um den Autopiloten. Der muckte nicht einmal! Janno hat alles gut hingekriegt. In der Nacht hatte ich zum ersten mal so was wie Seeübel. Aber nur weil wir so schräg durch die See flogen und der Mond sich so gar nicht sehen lassen wollte. Dann spielt das Gehirn verrückt weil man eben schräg liegt. Beim Schichtwechsel wars dann wieder weg😝😥
Wir haben unsere Fischreipläne etwas auf Eis gelegt. Die einzigen die sich für unsere Köder interessieren sind die Seevögel von den Azoren. Immer wieder attackieren sie unsere Köder. Mit viel Geschrei wollen wir sie verscheuchen doch das schert sie gar nicht. Also Abbruch der Aktion.
Für die kalte Überfahrt habe ich mir überlegt einen schönen Eintopf zu machen. Ne schöne heiße Suppe ist genau das was wir brauchen. Wir sind beide recht durchgefroren trotz unserer Segelklamotten. Dann dümpeln wir den Tag so dahin. Rechtzeitig zur Nacht dann bekamen wir einen Squall der unsere ganze Aufmerksamkeit beansprucht. Da wir uns ja um den Autopiloten sorgten. Aber der machte schon wieder komische Geräusche.
Auf dem Radar erschien dann noch ein Schiff das ohne AIS unterwegs war. Das ist aber ohne Sichtkontakt wieder verschwunden wie aus dem Nichts……
Tag 3 verging ohne besondere Ereignisse. Wir mussten am Nachmittag schon den Motor anschmeißen weil der Wind so nachgelassen hat, dass die Segel nur rum schlugen. Das nervt und macht die Segel kaputt. Dafür war die Nacht schön ruhig und der Schlaf erholsam.
Tag 4 Der Tag war komplett windstill. Das Wasser so ruhig wie auf unserer ersten Überfahrt ab Kapverden. Samtteppich hatte ich es damals genannt. Genau so war es den ganzen Tag. Jeder Krümel konnte man auf dem Wasser erkennen. Und dann schwamm da ne Schildkröte…. blubberte vor sich hin… das war es aber auch schon vom Tierreich. Ein Badelatschen trieb voll mit Muschelbewuchs an uns vorbei, sozusagen ein Miniriff, neue Heimat für tausende Lebewesen.
Am Abend haben wir es uns dann mit Mikrowellen Popcorn und Actionfilm gemütlich gemacht. Mit Motor laufen birgt auch Vorteile 😃
Tag 5 So muss das Leben auf einem Motorboot sein. Die ganze Nacht und den ganzen Tag tuckerten wir mit 3-4 Knoten auf dem Atlantik als wäre es die Mecklenburgische Seenplatte. Zwischen Kartenspielen und Sonne genießen kleine Nickerchen einlegen, das war sehr gemütlich. Doch wirklich voran kommt man nicht.
Auf den frühen Abend stellte sich dann doch noch der angekündigte Wind von NNW ein und wir konnten endlich den Motor aus schalten. Eine angenehme Ruhe ohne das tuckern des Motors und dann bekamen wir noch eine schöne Sternennacht.
Tag 6 Der Tag begann vielversprechend… Sonne und leichte Brise aus N! Mit gemächlichen 5 Knoten liegen wir im Cockpit und spielen Karten. Janno ist schon ganz genervt von meiner Spielsucht😂
Tag 7 Die Leute von Wetterwelt hatten eine Änderung der Bedingungen vorausgesagt. Gegen Mittag solle der Wind allmählich zunehmen und bis zum Abend dann Windstärke 6😬
Dann erklingt das sehnsüchtig erwartete Geräusch der Angelschnur… rrrrrrrrrhhhhhh! Fisch Alarm!
Und das mit über 7 Knoten Geschwindigkeit! Das muss ein Jäger sein. Und tatsächlich hat ein Thunfisch angebissen. Nicht der Größte aber immerhin! Nach dem filetieren ab ins Eisfach.
Jetzt noch schnell Segel wechseln damit uns der Starkwind der kommen soll uns nix anhaben kann.
Das 2.Vorstag hat sich bewährt. Wir können es abbauen und montieren in Minuten. Das quietsch orangene Sturmsegel ist auch schnell gesetzt und wir waren noch nicht mal wieder richtig im Cockpit frischte der Wind ganz schön auf. In Nullkommanix hatten wir die 6 bft und Wellen um die 3 Meter. Das ging die ganze Nacht so weiter und soll wohl bis zum übernächsten Tag so bleiben. Tendenz stärker……
Tag 8 Diesen Tag und die Nacht möchte ich mal als die anstrengendste bezeichnen von dieser Etappe. Die Windgeschwindigkeit nahm noch mal zu und über Stunden kämpften wir mit 30 Knoten. Sturmsegel perfekt, aber die Wellen waren doch ganz schön hoch von der Seite. Also auf und nieder immer wieder…..🎶
Dazu das Klack Klack vom Autopiloten 🤨Mama mia!
Aber trotzdem haben 2 Fische gebissen die nach kurzem heftigen Kampf gewonnen haben.
Tag 9 Der Wind lässt erst zum Nachmittag nach, dann bricht er sogar ganz weg. Wir starten den Motor und Mr.Grey rauscht auf der Strömung mit 10 Knoten Richtung Gibraltar. Die Ankunftszeit berechnet unser Bordcomputer immer wieder neu, da wir schneller als gedacht unterwegs sind. Wenn wir Glück haben und schnell anlegen schaffen wir es noch zu unserem Lieblingslokal auf ein schönes Bierchen und leckere Meeresfrüchte. Das war der Plan und wir konnten ihn umsetzen.
Allerdings hatte Janno beim bergen vom Spiebaum einen kleinen Unfall. Der Baum ist auf seine Hand gefallen. Dem Wikinger hat es ganz schön die Tränen in die Augen getrieben. Mein armer Schatz…. Wenn wir am vorläufigen Zielhafen ankommen müssen wir gleich mal checken lassen.
Die beiden Autopiloten werden dann nach Dänemark geschickt, damit die mal schauen was da so ein Lärm macht.
So nun haben wir unsere 2.Atlantiküberquerung hinter uns, sind mega stolz und schauen auf runde 20.000 Seemeilen in zwei Jahren zurück. Das macht man nicht eben mal so…das waren harte Tage und Nächte aber überwiegend schöne Zeiten auf die wir zurückblicken können. Das Beste waren die Menschen die wir auf unseren Reisen kennen- und lieben gelernt haben. Auch nicht zu vergessen, wenn dir dein Nachbar nicht gefällt holst du dein Anker hoch und bist weg! Hahaha so einfach lässt sich das mit dem Haus nicht bewerkstelligen ….
Definitiv sind wir mit segeln noch nicht fertig. Da gibt es noch viel zu sehen und wer weiß vielleicht machen wir auch noch ne Runde???? Der Plan ist: keinen zu haben!

Die Azoren

Eigentlich kennt man die Azoren nur aus dem Wetterbericht wenn es heißt das Azoren Hoch bestimmt unsere Wetterlage. Wie das genau geht weiß ich nicht, aber in Zukunft denke ich immer ganz besonders an die Zeit auf den Azoren zurück. Diese Inseln im Atlantik haben so was ursprüngliches, unberührtes und unverdorbenes das unbedingt erhalten werden muss. Wir lagen in Horta auf der Insel Faial vor Anker und haben das ganz eigene Flair der großen weiten Welt unter den Seglern erlebt. Natürlich muss man in Peter‘s Café und das nicht nur einmal. Die Preise sind im allgemeinen sehr human, und wenn man den Weg über die Bermudas genommen hat sogar paradiesisch…. da konnte man sich mal wieder einen Rausch trinken ohne gleich den Bankomat wieder zu kitzeln. Die Restaurants und Einkehrmöglichkeiten hatten alle einen urigen Charakter. Nix überkandideltes…… so wie wir es lieben. Die Azoren haben auch ihren eigenen Wein, der anders als in Deutschland eher am Boden wächst und nicht hochgebunden wird. Auch wird um die Reben eine Steinmauer gebaut, um die Pflanzen vor der salzigen Gischt zu schützen. Ein wenig ja zuviel katastrophal.
Die Nachbarinsel Pico ist heute noch ein zuverlässiger Weißwein Lieferant für so manche gute Lokalität auch in Deutschland. Uns hat der Tropfen zu den Früchten des Meeres hervorragend geschmeckt.
Die Inseln bestehen ja aus den Vulkanen die zum Teil ja noch aktiv sind. So gibt es heiße Löcher wo die Einheimischen ihre Speisen zubereiten. Deckel zu rein ins Loch und Naturdampfgaren!
Die Mentalität ist sehr Europäisch und das tat nach der langen Reise mal wieder gut. Sauber und korrekt, das wars auf alle Fälle.
Ein Ort an den wir sicher wieder zurück kommen.
Am Ankerplatz trafen wir natürlich auch jede Menge bekannte Segler. Da blieb die ein oder andere Einladung nicht aus. Mittlerweile haben wir so viele befreundete Segler, dass wenn wir sie alle besuchen würden auch ganz schön auf der Welt rumkommen würden.
Die ersten Verabredungen haben wir schon im Mittelmeer 🤣
Die Tage vergingen auch hier wieder wie im Flug. Einzig dass wir mal wieder auf Ersatzteile warten mussten, das fühlt sich immer an wie ewig! Janno hatte nun genug Teile zusammen damit er 2 funktionstüchtige Autopiloten zusammen setzen konnte. Hoffentlich brauchen wir den zweiten nicht, und es hält alles bis ins Mittelmeer 👍

Aber ohne mein Mechaniker Mann würde ich ganz schön alt aussehen ( und er ohne mich eventuell 10 kg leichter 😂)

Bermuda-Azoren 1.6.-12.6.19

Tag 1:
Heute soll es also losgehen… früh um 7 Uhr setzt Janno das Groß um zu sehen wie das neue Fall sich anlässt. Das Segel lässt sich gut aufziehen und sitzt zum ersten mal an der richtigen Position… die Klampen halten wie nie zuvor. Beim bergen rauscht es nur so runter. Sekundenschnell verschwindet es im Lazypack ( Segelsack) hat es so auch noch nie gemacht. Sonst musste Janno immer nachziehen wenn es gerade mal auf die Hälfte runter kam. Also alles in allem ein voller Erfolg und wir können unser Schlauchboot endlich an Bord holen und verstauen.
Bei einer schnellen Tasse Kaffee denke ich so bei mir: was für ein Galama hatten wir alle gemacht als wir von Teneriffa aufgebrochen sind? Das ganze Theater um die Lebensmittel und die Gedanken was brauchst du noch alles???? Man wir immer relaxter… diesmal hatte ich nur frisches Obst und Gemüse gekauft. Wir haben schließlich immer noch Büchsen aus Deutschland und Teneriffa 😂
Da wäre eine Dose Jensens Ochsenschwanzsuppe die ich ungelogen von Deutschland nach Spanien mitgenommen habe, weil ich dachte so ne gute Suppe tut auf See mal gut😂
Die schlummert immer noch in den Vorratskisten und ist in meiner Lager App ( sowas gibt es wirklich) als das älteste Produkt vermerkt. Mal sehen wann es die gibt😂
Bei Customs ausgecheckt und Steve und seiner Frau noch schnell Tschüss gesagt ging es los mit unserer Atlantik Überquerung zurück ins Mittelmeer. Die angesagten 4-5 Bft aus SSW ließen uns übers Wasser gleiten und der ganze Ärger mit dem Anker war verflogen. So ging der Tag rum wie nix und wir genossen jede Minute. Irgendwann am Nachmittag entdeckten wir ein Segelboot auf dem AIS. Exakt auf unser Linie, gleicher Kurs nur etwa 3 Knoten schneller ( war ja auch 26 Meter Yacht). Wir beobachten das Schiff bis sie uns fast eingeholt hatten. Allerdings war es da schon dunkel und wir versuchten immer zu sehen auf welcher Seite sie uns überholen wollen. War schier nicht möglich zu sehen. Mal sahen wir grün für Backbord Überholen manchmal rot für Steuerbord. Es wird einem etwas mulmig wenn man von hinten angefahren wird. Ich meine der Ozean ist ja wohl groß genug! Und warum ausgerechnet direkt auf unserem Kurs?? Doch Piraten?? Urgh!! Als sie dann auf 3 Seemeilen fast an unserem Heck klebten funkte Janno mal durch…. wo denn Bitteschön sie uns passieren wollen. Ach Backbord Seite, danke Jungs aber haltet doch bitte mehr Abstand. Mit 19 Metern zwischen unseren Booten überholten sie dann. Auf See eine sehr enge Angelegenheit, ich meine Muss das sein?? Da geht einem die Geschichte durch den Kopf mit der Fähre in Budapest. Einfach aufgefahren und platt gemacht. 😫
Tschüss bis zu den Azoren funkten sie uns noch, na die schauen wir uns genau an😏
Tag 2:
Die Segelbedingungen sind an Tag so gut, dass wir konstant mit 9-10 Knoten voran kamen. Zugegeben in der Nacht sind solche Geschwindigkeiten in Verbindung mit dem Brüllen der Wellen keine Angelegenheit für Weicheier. Man braucht Nerven😉denn wie ich schon einmal beschrieben habe ist es wie blind mit 180 km/h über die Autobahn zu fahren. Ok, hab ich zwar noch nie gemacht aber die Vorstellung reicht.
Deshalb war an Schlaf auch nicht wirklich zu denken… kann man ja tagsüber nachholen.
Unser Meteorologe von Wetterwelt ( versorgt uns mit Wetterdaten und Routenvorschläge) schrieb in seiner Mail: morgen gegen 6 Uhr UTC kommt die Front recht nahe. Schauer und Gewitter werden achterlich auftauchen. Und so war es dann auch. Im Dunklen wunderbar zu sehen das Lichtspektakel am Horizont. Gut, dass wir so schnell waren und dem Unwetter davon gefahren sind.
Tag 3:
Normalerweise sitze ich mit einer Tasse Kaffee und denke über den vergangenen Tag nach. Frage auch Janno nach dem Highlight des letzten Tages. Na ja für gestern habe ich mal wieder für eines gesorgt 😏. Da wir auf einer Backbord Halse fahren liegen die beiden Badezimmer mit den Borddurchlässen immer im Wasser. Das kann dazu führen, dass man über die Toilette oder das Waschbecken Seewasser aufnimmt und kann zu unangenehmen Wasserlachen führen. Um das zu verhindern schließt man die Seeventile während der Fahrt. Bei Benutzung sollte man dann wieder öffnen. Die Dusche in unserer Kabine befindet sich auf der Steuerbord Seite und wie ihr richtig ahnt hatte ich es verpennt das Ablaufventil zu öffnen. Also der Vorgang ist folgender: das Abwasser läuft in ein Behältnis das mit einem Schwimmerschalter ausgestattet ist. Der nach Füllgrad des Behälters anspringt und die Ablaufpumpe transportiert dann das Abwasser nach draußen. Da ich die Pumpe gehört hatte war ich mir sicher, dass das alles in bester Ordnung ist. Frisch geduscht und gut gelaunt marschierte ich nach oben ins Cockpit um mein Kapitän abzulösen. „Ich hoffe du hast das Ventil geöffnet ?“ Häh? Welches Ventil? Hab doch geduscht? „Na daaas der Dusche????“ Ohhh neee….ich sah mich schon wieder auf den Knien Wasser aufsammeln an den unmöglichsten Stellen😫aber es kam noch schlimmer… die Ablaufpumpe ist durchgeschmort und es stank gar fürchterlich nach Elektrobrand🙄. So eine schöne Sch….! „Janno aber warum ist die Sicherung den nicht gegangen?“ fragte ich in mit meinem naiven Halbwissen von Elektro keinen blassen Dunst. Naja die Diskussion erspare ich euch aber ihr könntet sie glaube ich blind nachsprechen😂
Tag 4:
Für den Tag 4 gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Alle Systeme laufen wir machen gute Geschwindigkeit und Wetter ist beständig. Rundum zufrieden. Am Nachmittag habe ich uns dann ein Bananen Split serviert mit schön dick Sahne und Schokosauce😜so lässt es sich aushalten 👍
Tag 5:
Wir kommen dem Hoch immer näher und müssen, um noch etwas Wind abzubekommen den Kurs leicht ändern. So können wir aber unsere beliebte Wing-Wing Segel setzen und kommen trotzdem recht ordentlich voran. Der Wind flacht auf 2-3 bft ab morgen soll es noch weniger sein. In der Nacht erscheint wieder ein Segelboot auf dem Schirm mit uns kreuzendem Kurs. Es dauerte ewig bis sich unsere Wege wieder auseinander dividierten. Die sind sicher auch auf dem Weg zu den Azoren
Tag 6:
Das erwartete Hochdruckgebiet und die dazugehörige Schwachwindphase hat uns dann doch voll erwischt. Wir segeln nicht wir gondeln nur langsam rum.
Das könnte aber fürs Angeln ein Vorteil sein also haben wir beide Leinen ins Wasser. Janno die Rolle an der Reeling und ich meine Plastik Rolle mit Gummisicherung damit die kein Fisch mitreißen kann. Wobler ( sieht aus wie ein kleiner Hering) gegen Gummitier ( kleiner blauer Squit)
Der kleine Wettstreit endet mit einem Haibiss am Wobler- Plasiktollenteam und das war es dann auch schon. Was man sagen muss ist, diese Gummisicherung war voll am Anschlag und Janno hat sich ganz schön den Finger angeschlagen als der große Unbekannte den Wobler mit in die Tiefe riss…. die 1 mm Angelschnur war einfach durchgebissen🤨
Also es steht immer noch Unentschieden und morgen soll es weitergehen.
Zur Nacht hat sich der Wind da fast vollständig verzogen und wir mussten um 3 Uhr in der Nacht den Motor starten. Besonders nervig, weil ja dann auch die Segel zu bergen sind. Und das müde und im Halbschlaf. Da war es nur gut, dass es null windig war…
Tag 7:
Der Tag verlief ganz gemächlich ohne große Ereignisse. Wind und Sonne waren beständig bis in den frühen Abend. Dann mussten wir wieder die Maschine anwerfen, dafür konnten wir aber einen Film anschauen. Auch mal ne Abwechslung 😜
Am Nachmittag hatten wir eine Wal Sichtung, der aber ganz alleine unterwegs war. Immer beeindruckend diese Tiere. Mit Hochdruck bließ er die Wasserfontänen in die Luft. Auf unserem Weg haben wir hier aber auch schon drei Wetterbojen gesichtet. Jedesmal wenn wir eine sehen frage ich mich was ist wenn wir die Nachts an- oder umfahren?? Nur ein Knall oder kann mehr passieren?? Janno beruhigt mich dann immer und sagt die Wahrscheinlichkeit ist so gering….. na dann hoffe ich mal, dass er recht hat!!
Tag 8:
Heute hat sich der Wind auf 3-4 bft eingependelt und wir entspannen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Die tropisch heißen Tage von der Karibik oder Südamerika sind nun endgültig vorbei. Das Wasser misst nur noch 21,5 Grad Celsius die Luft um die 21 gefühlt im Wind eher wie 15-18 Grad.
Azoren sollen wohl Nachts recht kühl sein. Bin ich gar nicht mehr gewöhnt.
Unser frische Vorrat neigt sich nun ganz langsam dem Ende zu, hoffe es reicht uns noch für jeden Tag etwas zu haben. Den Blumenkohl den ich auf Bermuda für sage und schreibe 13.99 Bermuda Dollar erstanden habe, wurde in drei Teile geschnitten. So hatten wir länger was von Goldenkohl🤨. Vegetarier müssen auf Bermuda wirklich tief in die Tasche greifen. Ich glaube deshalb gibt es dort so wenige😜
Auch heute haben wir wieder eine Walsichtung gehabt. Zudem sind Delphine oder Tümmler ( kann die immer nicht unterscheiden) zu Besuch gekommen. Später haben sie dann gemeinsam Heringe ( oder ähnliche Fische) gejagt, da hat das Wasser gerockt!! Nun weiß ich auch warum wir noch kein Anglerglück hatten. 😉
Es steht immer noch 0:0….
Tag 9:
Wetterwelt hat uns ein wenig im Stich gelassen. Laut deren Vorhersage sollten wir Schwachwind bis Flaute bekommen. Da wir nichts gehört hatten haben wir uns über SSB Radio noch selbst einen geholt. Das war nun gar nicht was uns vorausgesagt worden ist. Im Gegenteil Wind bis zu 35 Knoten. Na da wird wohl Pfingsten nicht gearbeitet 🤨lassen die sich aber teuer bezahlen.
Der Wind legt zu und der Angel Wettstreit wird beendet. Keine Chance wenn man mit 9,5 Knoten durchs Wasser schießt.
Tag 10:
Mitten in der Nacht, von Tag 9 auf 10, schreckt uns ein lautes Pfeifen auf. Wie von Geisterhand segelt Mr. Grey einen falschen Kurs. Das Pfeifen kam vom Autopiloten der sich verabschiedet hat. So ein Scheißdreck! Ab sofort nur noch Handsteuern möglich. Das heißt 24 Std nonstop am Ruder. 450 Meilen haben wir zu dem Zeitpunkt noch vor uns. Na Post Mahlzeit und gut Nacht Marie um 12!!
Mit 30 Minuten Schichtwechsel starten wir unser Programm. Gegen 7 Uhr in der Früh ruf Janno ganz aufgeregt ich solle kommen. Da hätten wir beinahe 2 schlafende Wale überfahren!! Meine Güte das hätte uns noch gefehlt. Aber war trotzdem schön sie so nah zu sehen. Der Tag verging wie im Flug und die Nacht konnte kommen.
Tag 11:
Die Nacht war doch sehr anstrengend mit den 30 Minuten abwechseln , aber länger ist zu hart für jeden. Wir hatten ja auch ordentlich Druck in den Segeln bei kontinuierlich 20-22 Knoten. Muskelkater ist vorprogrammiert. Gott sei dank sind die Nächte kürzer als in der Karibik denn wenn es hell wird steuert es sich leichter, weil man sich ein Ziel ausguckt. Mit großen Augenringen und mächtig Schlafmangel stehen wir den Tag durch. Da merkt man wirklich wie wichtig einem so ein Autopilot ist.
Tag 12:
Die letzten 100 Meilen müssen wir noch schaffen dann Anker werfen und erst mal ne Runde aufs Ohr legen. Aber es kommt wie es kommen musste am frühen Morgen setzt auch noch Regen ein. Normalerweise würden wir uns freuen da dann gleich das Salz von der Überfahrt abgespült wird. Normalerweise…. den ohne Autopilot müssen wir natürlich and Ruder und können nicht wie üblich von der Sprayhood aus in Regen schauen…. 😏
Die Azoren Insel Faial mit dem bekannten Hafen in Horta wird unser Anlaufpunkt sein. Die Berge kann man schon von 30 Meilen aus sehen.. mal schauen wenn wir dort so alles kennen. Treffpunkt der Atlantik Segler, einen kennt man immer😜
Gegen Mittag werfen wir den Anker in der Bucht von Horta. Die Segler die wir auf den Bermudas kennen gelernt hatten waren ebenfalls da und winkten uns schon von ihren Boote zu. Schön wenn man so empfangen wird.
Eigentlich würden wir gerne eine Hafenplatz in Anspruch nehmen, um das mit den Reparaturen so einfach wie möglich zu haben, aber hier gibt es nicht so viele und sie liegen hier schon im 4er Packet. Also 4 Boote aufeinander. Bist du das erste am Steg und willst weg müssen alle weg, und wenn es morgens um 4 ist. Bist du der letzte musst du über alle Schiffe drüber klettern um an Land zu kommen. Also vielleicht ist es doch besser auf dem Ankerplatz.
Nach dem einchecken sind wir erst mal in ein Fischlokal (hatten ja gar nix gefangen und eine große Lust auf Seafood) gegangen und haben uns die Bäuche voll geschlagen. Einen Wein von der Nachbarinsel (ja hier wachsen Trauben!) getrunken und dann noch den legendären Absacken in Peter’s Cafe (so was wie die Sansibar auf Sylt, man muss da gewesen sein) und dann ab in die Koje.
Ich würde mal behaupten das war die beste Nacht seit langem……..

Bermuda und die Shorts

Dass es Bermuda Shorts gibt wusste ich ja, aber dass die wirklich auf der Insel ihren Ursprung hatten wusste ich nicht. Dachte ist so was wie ein Werbegag. Nein, das Kleidungsstück hat hier so eine große Bedeutung wie der Anzug beim Bänker. Hier werden die bunten kurzen Hosen mit Kniestrümpfen getragen, dazu ein Hemd mit Manschetten und logisch einem Jacket. Also alles in allem eine chice Sache, bisschen gewöhnungsbedürftig aber ein richtiger Hingucker.

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Was wir bei unserer Ankunft schon gefühlt hatten, dieses besondere Feeling blieb über die ganzen drei Wochen so erhalten. Die Freundlichkeit, der respektvolle Umgang miteinander, die locker leichte Fröhlichkeit überall war unglaublich.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Bus und Fähren sind wir quer über die Insel gefahren. Die Häuser mit ihrer besonderen Bauweise (übers Dach werden in Bermudas die Wasserspeicher gefüllt) und ihren bunten Farben sind so einladend wie die Mensch die drin wohnen. So hat z.B. der Rigger Steve Hollis die ganze OCC (Ocean Cruising Club) Gemeinde zu sich nach Hause eingeladen. An die 30 Boote plus deren Crew waren da, jeder sollte ne Kleinigkeit mitbringen. Nach der Zusammenkunft sind wir auch Mitglieder geworden. Fast alle waren auf dem Weg nach Europa. Es gibt Aufnahmekriterien die da lauten: du musst zwingend 1000 sm am Stück gesegelt haben……war ja gar kein Problem für uns 🙂
Wir waren mit die letzten die das Haus verlassen haben, beim gehen fragte mich Steve noch ob ich nicht Lust hätte für ein paar Leuten zu kochen. Er und seine Frau Susann würden das öfter machen, so können sie die internationale Speisen zu Hause mit Freunden genießen. Schlau der Steve 🙂 er bat mich nur aufzuschreiben was er denn einkaufen sollte und wir vereinbarten ein Termin. Wir waren Ingesamt 8 Personen 2 Hunde und 1 Katze. Als weitere Gäste hat er einen langjährigen Freund und seine Segelcrew eingeladenen. Tom Gallant Schriftsteller und Schauspieler. Kannten wir natürlich nicht, aber mittlerweile habe ich eins seiner Bücher gelesen und muss sagen es hat mir gut gefallen. Der Abend war kurzweilig, Interessant und die Paella kam bei allen gut an.
Das neue Grossfall sollte ja beständiger sein als die letzten…deshalb entschieden wir uns für ein Mix aus Stahlseil und Tauwerk. (Seldén D hatte eine merkwürdige Empfehlung ausgesprochen, kauft einfach genügend Tauwerk und schneidet immer wieder was ab! Hä?
So eine beknackte Antwort hätten wir von Seldén nicht erwartet. Nachdem Steve im Mast oben ein paar Fotos gemacht hat konnten wir sehen dass es eben eine scharfe Kante neben den Rollen gibt. Deshalb jetzt die Stahlseiltauekombi, war früher Gang und Gebe. Allerdings mussten wir fast 2 Wochen drauf warten. In der Zwischenzeit hat sich ein wunderbares Wetterfenster geöffnet und fast die gesamte Bucht ist aufgebrochen um Richtung die Azoren zu segeln. Angesagt waren 14 Tage angenehmstes Segelwetter. 15-20 Knoten Wind aus S-SW!! Und wir konnten nicht los. Auf der anderen Seite war aber die Insel auch so schön, dass es uns schwer fiel Adieu zu sagen. Als dann endlich das langersehnte Tauwerk kam waren wir nicht mehr zu halten. Kurz schnell noch frische Lebensmittel einkaufen (vorgekocht hatte ich schon Tage zuvor) und Schlauchboot an Bord, Außenborder in die Segellast und Ablegeschnaps (Gamel Dansk) und los geht’s den Anker lichten…..
Es war gegen 15:30 Uhr, also lange genug hell um die ersten Seemeilen zu machen. Immerhin werden es 1800 Seemeilen sein. Aber die Ankerkette ließ sich nicht einholen! F…! Was haben wir uns da eingefangen? So ein Scheißdreck……also Badesachen an und nachschauen was da los ist. Da wir auf 10 Meter Wassertiefe lagen konnte man von oben nicht wirklich viel sehen. Auch im Wasser kein Durchblick! Zu aufgewühlt und die Wolken am Himmel machen auch immer das Licht aus…. Also brauchten wir professionelle Hilfe und haben Dean von der anderen Seite von der Insel beauftragen müssen. Das dauerte auch über ne Stunde bis er da war. Und wir mussten unser schön verstautes Schlauchboot samt Motor wieder klar machen..AAAAAAHHHHHH!
Es dämmerte bereits als Dean (Ex-Marine mind.70 Jahre alt) und sein Security Officer (nettes junges Mädel) mit Janno und dem Schlauchboot wieder ankamen. Ok, let’s see what we’ve got…..
Als er das Malheur inspiziert hat kam er mit der Aussage raus, ha das wird lustig ! Häh?! Lustig?! Fanden wir grad gar nix……aber mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Marinetaucher war das Problem in 1,5 Std und mit 300 Bermuda Dollar behoben.
Es lag ein mind. 15 Meter langes Eisenteil mit der Optik einer alten Kanone auf dem Meeresgrund. Das dumme an dem Teil war nur, dass die eine Seite Richtung Wasseroberfläche zeigte und vielleicht auf 4 Meter endete. Durch ein oder zwei Winddreher auf dem Ankerplatz hat sich die Kette einmal um das Rohr geschwungen und es gab keine Chance das ohne Hilfe zu beheben. Als Dean endlich seine trockenen Sachen wieder anhatte war es schon nach 21 Uhr….also brauchen wir ans losfahren gar nicht denken.
Aber wer weiß, vielleicht war es auch besser so……. Aber nun am 1.6.2019 ausgeschlafen und frisch in See zu stechen machte dann doch mehr Sinn. Auf zu den nächsten Abenteuern!!

West Palm Beach nach Bermuda 3.5.2019

Tag 1: Gestartet , nach anfänglichen Problemen mit dem Generator mit gutem Wind aus Süd-Südwest und mit 10-11 Knoten Richtung Bermuda. Wir wollen noch vor der Kaltfront dort sein.
Gegen frühen Abend zog eine Gewitterfront auf und bewegte sich mit großer Geschwindigkeit auf uns zu. Das Naturschauspiel war unheimlich aber auch unglaublich schön. Mit heftigen Blitzen und Donner um uns herum blieben wir aber soweit verschont. Der Regen blieb aber für mehrere Stunden unser Begleiter.
In den Nacht dann sahen wir einen Raketenstart mit anschließender Landung der Trägerrakete. Eine Space X-Rakete mit deutschem Algen-Experiment an Bord. Hätte im Leben nicht gedacht dass wir das aus der großen Entfernung so gut sehen konnten. Das ganze dauerte aber nur wenige Minuten…. raketenschnell halt🤩
Tag 2: Die erste nach bei längeren Touren ist immer die blödste. Mann hat seinen Rhythmus noch nicht gefunden und somit zieht sich das in den nächsten Tag.
Wind hat nachgelassen und wir sind nur noch mit 4 Knoten unterwegs. Mit Wetterwelt haben wir eine Routenplanung vereinbart er schreibt uns wie wir den Wind am besten ausnutzen und warnt uns gleichzeitig vor der bevorstehenden aufziehenden Kaltfronten oder Unwettern. Zum 6.5. haben wir eine Ausweichroute bekommen. Mal schauen wie gut die Jungs sind. Hoffentlich bleiben wir verschont.
Tag 3: Letzte Nacht war es gemütlich wir segelten mit konstanten 6-7 Knoten durch die Nacht ohne Squalls oder andere Vorkommnisse. Recht viele Grossschiffe sind in der Gegend unterwegs und wir immer zwischendurch.
Der Tag begann mit einem Sonnenwolken mix und ich muss hier nun schon die Warmen Seglersachen auspacken. Hatten wir lange gut versteckt…..
Wird kühler…
Tag 4: Die Nacht war klar und fast wolkenlos. Der Wind konstant Süd-Südwest und wir konnten recht gut schlafen. Kein Schiffsverkehr um uns rum.
Zum morgen dann frischt der Wind auf und wir pflügen mit guter Geschwindigkeit voran.
Der Wetterdienst hat allerdings keine schönen Nachrichten für die Strecke und wir sollen in der Nacht heftige Schauer und Gewitter bekommen
Bis zum Abend soll aber alles bleiben wie es ist.
Regenklamotten klar machen
Eine Fischereiflotte fischt genau auf unserer Route mit 6 Booten und einem Mutterschiff es ist unmöglich da mittendurch zu segeln also müssen wir um die ganze Flotte außen rum was mit AIS auf der Karte immer etwas schwierig ist denn die Schiffe scheinen näher als sie wirklich sind somit viel der Bogen großzügig aus.
Tag 5: Das vorhergesagte Gewitter und der Regen ist weitgehendst ausgeblieben. Danke dafür. Aber der Wind hat uns auch im Stich gelassen. Deshalb sind wir fast die ganze Nacht mit dem Motor gelaufen. Was dann aber auch für ein Geknatze im Gebälk gesorgt hat ( Baum wollte immer mit den Wellen hin und her. Das macht einen irre)
Am Morgen haben wir dann wieder mal eine Überraschung besonderer Art entdeckt. Das Grossfall ( die Leine an der das Grosssegel im Mast hochgezogen und an der das Segel hängt) war fast bis auf die letzte Faser durchgewetzt. Ich sag mal eine Stunde später wäre das Segel abgerauscht und das Fall im Mast verschwunden. Nicht auszudenken. Leider haben wir kein Ersatzfall für das Groß. Die Taue die wir haben sind 3-3,5 Meter zu kurz. Somit bedeutet das für uns die letzten 300 Seemeilen nur mit Vorsegel zu laufen und hoffen dass es auf Bermuda ein Rigger gibt.
Die Probleme haben wir schon seit wir das Boot haben. Keiner hat das bisher in den Griff bekommen und weiß genau wo das Problem liegt. Janno hat eine geniale Idee und wir werden versuchen sie in Bermuda umzusetzen.

Tag 6: Gestern Abend bekamen wir noch Besuch von einem Seevogel. Zuerst kreiste er um Mr.Grey dann ließ er sich auf der Rettungsinsel nieder. Wie witzig…. dort putzte er sich ne gute Stunde und ließ sich nicht stören. Dann hob er wieder ab und verschwand in der Nacht.
Die übrigens ruhig verlief. Wir kommen nur mit 3 Knoten voran. Also Bermuda muss noch warten….
Tag 7: Gestern hatten wir das erste mal wieder Besuch von Delphinen. Es ist immer wieder schön diese verspielten Geschöpfe zu beobachten.
Janno und ich mussten mal wieder nach tanken, weil wir uns ja mit Vorsegel und Maschinenkraft fortbewegen. Wir halten die Umdrehungen klein damit wir nicht zuviel Diesel verbraten. Die letzte Nacht war sehr unruhig. Der Wind drehte und die Wellen aber noch nicht mit. Somit hatten wir wirklich fiese Rollerwellen die im Schiff alles in Bewegung hielten. Somit war an schlafen kaum zu denken.
Nun haben wir die letzten 130 Seemeilen vor uns und werden wohl morgen am Vormittag in Saint Georges ankommen. Dort wird der erste Weg zum Rigger sein.
Tag 8: Wind und Welle waren gegen uns und ohne Gross Segel ist es schier unmöglich Höhe zu halten. Kreuzen war nur mit großer Anstrengung möglich aber auch nicht zielführend. Also beschlossen wir das Vorsegel einrollen und uns nur per Maschine auf direktem Kurs begeben. Schmauzewind und 6 Fuß hohe Wellen ließen uns manches mal ausbremsen. Letztendlich war gegen 15 Uhr Land in Sicht und wir haben Gott sei dank genug Diesel für die restlichen Stunden. Bei Sonnenuntergang um 20:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt nach Staint Georges.
Bermuda zu sehen in dem zauberhaften Licht war was ganz besonderes….

Bimini – West Palm Beach Florida

Die Überfahrt von den Bahamas nach Florida ging super schnell. Wir wollten eigentlich erst am nächsten Tag da sein, haben es aber geschafft gegen 23 Uhr in West Palm Beach einzulaufen. Was uns ein wenig irritiert hat waren die vielen Lichter am Horizont. Die nämlich sich mit dem Leuchtfeuer vermischten. Die Komplikation war die elektronische Seekarte sagte was anderes was wir mit den Augen in der Nacht wahrnahmen. Sehr tückisch wie sich später herausstellen sollte. Denn die Hafeneinfahrt bzw das Inlet ist ziemlich schmal und da sollte man doch recht mittig einlaufen. Das Nordufer war doch sehr nah denn wir konnten beinahe alles verstehen was sich die jungen Leute die sich noch dort rumtrieben gesagt haben. Erst beim verlassen Richtung Bermuda haben wir bemerkt, dass wir doch ganz schön versetzt zur eigentlichen Fahrrinne Unterwegs waren. Ups, gut dass es kein Schwell oder gerade Springflutwarung gegeben hatte….
Durch zwei liebgewonnene Seglerfreunde aus Guatemala haben wir Kontakt zu Ed und Pam aus West Palm Beach bekommen, die uns eine Werft sowie einen Kontakt zu einer Firma herstelltet wo wir in aller Ruhe unsere Arbeiten am Rumpf von Mr.Grey machen konnten. In Eigenregie oder mit Firmenhilfe wie es uns beliebt. Das war natürlich Gold wert, denn da wird man schnell abgestempelt (Leute mit Booten haben Geld), ok, dort schon ziemlich fast alle….teure Motorjachten und Angelmaschinen wo man hinblickt. Aber eben nicht alle…also Mr.Grey braucht nach der Rutschpartie über die Barre in Livingston Guatemala auf jeden Fall ein Anstrich von Kiel und Ruder. Als das Angebot über das Sandstrahlen vom Kiel und Ruder vorlag war uns klar wir sollten alles machen. Also den ganzen Rumpf. Über Copper Coat hatten wir viel gelesen und gehört, es soll 10 Jahre und mehr halten, und deshalb haben wir uns dafür Entschlossen. Aber was da an Arbeit auf uns zukommen sollte wussten wir so auch nicht….schließlich haben wir ja öfter den Schiffsrumpf gestrichen und in 2-3 Tagen könnten wir locker fertig sein……..ok machen wir Wochen draus! Nach den verschiedenen Vorbereitungen sollte man immer warten und hart war es zudem. Wir haben gekämpft bis zum umfallen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und stolz sind wir auch! Hatten wir doch zuerst einen Arbeiter gefragt was es denn kostet wenn er uns hilft. Seine Frau war wohl für die Finanzen verantwortlich somit sollte sie uns den Preis nennen. Sie arbeitete auch in der Werft im Büro und kam dann am Abend mit dem mündlichen Angebot. 10.000 USD meinte sie…..wir wären fast von der Leiter gefallen. Oh, das müssen wir erst besprechen….sie solle später nochmal anrufen. Das wir ihr Angebot ausschlagen werden war schnell abgemacht, was danach kam war einfach nur noch lächerlich. Per WhatsApp schrieben wir ihr ab, dann kam eine Nachricht zurück: ok ihr scheint nett zu sein er macht es für 6.000 USD. Danke nein war unsere Antwort. Kurz drauf sie: ok 3.500 USD, wir: nein danke wir machen es selbst. Sie wieder: 3.000 USD Deal?
NO, No, no! Am nächsten Tag fingen wir an Mr.Grey die runde zu spachteln. Wie gesagt die Prozedur ging dann fast 3 Wochen. Die Zeit verflog aber wie sonst was und wir konnten nicht alles sehen was wir uns vorgenommenen hatten. Aber zum Glück war ich schon in Florida und Janno mochte das geprotze der Region eh nicht so. Mit Ed und Pam haben wir außer Einkaufstouren doch noch die Gegend um West Palm Beach sehen können.
Mit hängenden Zungen fieberten wir dem Wasser entgegen. Auf dem Hart kann man ja das Boot nicht so nutzen wie im Wasser, das heißt nicht spülen, waschen oder Toilette benutzen immer Leiter runter und die ganze Schlepperei mit Geschirr ….. in der Nacht auch übern Hof schleichen um Pipi zu machen…..das war einfach nervig.
Am Dienstag den 30.4.2019 war es dann soweit!! Mr.Grey wird wieder seinem Element zugeführt und wir auch…
Zwei Tage noch ankern und dann los Richtung Bermuda. Der Wind soll aus dem Süden kommen, für uns optimal.
Die Zeit hier in West Palm Beach war trotz der Plackerei sehr schön gewesen, schon aus dem Grund, dass wir Eddy und Margot wieder getroffen haben. Seglerfreunde aus Guatemala . Immer lustig mit den beiden….es gibt Menschen die möchte man immer wieder treffen!!
Abfahrt nach Bermuda am 3.5.2019 gegen 12.30 Uhr verlassen wir Florida!

Bahamas März 2019

Die Überfahrt von Isla Mujeres nach Bimini Bahamas war alles andere als geschmeidig. Mit anfänglichen Südostwinden kamen wir gut voran. Aber nicht lange dann haben uns nördliche Winde erwischt. Sehr unangenehm und vor allem nicht gut bei Golfstrom in Richtung Norden. Der Strom schiebt mit bis zu 4 Knoten und Winde bauen aus dem Norden sehr schnell hohe Wellen auf. Also Bullriding vom feinsten. Kreuzen und immer wieder die richtigen Winkel zu den steilen Wellen finden war wohl die grösste Herausforderung, doch Mr.Grey meisterte alles mit Bravour … eigentlich dachten wir wir würden 3 bis 4 Tage brauchen, zu guter Letzt waren es dann doch 6!

Bimini ist eine wirklich kleine Insel mit unheimlich freundlichen Menschen. überall wird man mit HeyMännhaujuduing begrüsst… aber schnell ist man durch die Insel, weil wirklich gross ist sie nicht.

In der Blue water Marina wimmelt es nur so von Rochen und Haien und mich juckt es in den Knochen einmal mit diesen tollen Fischen zu tauchen. Janno tippt nur an den Kopf und meint: „du bist verrückt“ aber mit einem Guide hab ich mich dann doch getraut und habe sie live und in Farbe in ihrem Element erlebt. Unglaublich die Tiere…sie schleichen lautlos und geschmeidig um dich herum…ich habe fast vergessen zu atmen so aufregend war das. Bullenhaie, Riffhaie, Zitronenhaie und sogar Hammerhaie sind hier zuhause. Respekt bleibt, aber ich habe nicht mehr soviel Schiss hier zu baden…….

Batterien

richtig….das Thema war nach der Reise mit den Dreien ja noch nicht abgeschlossen. Also wir zurück waren haben uns die Leute aus USA wieder vertrösten wollen und erzählten halt die üblichen Ausreden…überweist uns einfach das Geld wieder und gut is…..Wir hätten im Leben nicht geglaubt unser Geld wieder zu sehen, aber nach 2 Tagen waren die bezahlten 2500 USD minus kleinem Wechselabschlag wieder auf unserem Konto!

Kurzerhand recherchierte Janno noch mal einen anderen Händler in Porto Vallarta der innerhalb von 6 Tagen geliefert hat….warum nicht gleich den? Naja, weil man den Leuten vor Ort immer ein Geschäft vermitteln möchte…aber man lernt halt immer dazu.

Jetzt können wir aufbrechen und zu den Bahamas segeln…..Bimini wir kommen!!

El Chepe…..

Mit der Ankunft von Manfred, Johannes und Karsten begannen 3 wunderschöne Wochen voller Spass,  Abwechslung, gutem Essen, tollen Gesprächen und viel Lachen….

Nachdem wir nun wussten, dass das mit den Batterien doch nicht ganz in unsere Reiseplanung passt haben wir kurzerhand einiges geändert. Also Mr.Grey bleibt in Isla Mujeres und wir fliegen nach Guatemala.

Aber vorher geniessen wir Mexico in vollen Zügen. Wir haben eine Reise im El Chepe gebucht. Wer das nicht kennt, muss sich einfach vorstellen wir fahren mit dem Zug durch den Grand Canyon USA nur 2-3 mal so gross. Der Canyon heisst Kupfercanyon weil das Gebirge so rot schimmert. Von Cancun aus flogen wir via Mexico Stadt nach Los Mochis an die Pazifik Küste. Dort wurden wir bereits erwartet und zu unserem Hotel gebracht. Da wir ausserhalb der Saison unterwegs waren waren wir fast die einzigsten Gäste im Hotel. Am nächsten morgen sollte es dann losgehen…wir waren gespannt was uns da erwartet. Manfred und Karsten wollten nachts noch einer Dame wieder auf die Füsse helfen, weil sie dachten sie sei gestürzt, direkt vor ihrer Tür….doch da war niemand…..kurz drauf wussten sie was los war….von wegen gestürzt ….die Dame war quietsch fidel am Frühstückstisch erschienen…….:-)

m Bahnhof angekommen staunten wir nicht schlecht was da auf uns zurollte….. El Chepe Baujahr 2018, alles neu und die Mitarbeiter rausgeputzt wie in den Wildwestfilmen, einfach super. Kurz am Platz umgeguckt ab in Speisewagen bzw. Lounge Bereich…. wir waren komplett geflasht wie bequem und gemütlich wir reisen können. Mit etlichen Bloody Marys (wurde irgendwie zum Lieblingsgetränk auserkoren, weil sieht gesund aus:-)genossen wir die unglaubliche Aussicht aus den Panoramafenstern. Die Strecke ging über 650 km und wir überwinden 2500 Höhenmeter…muss man gesehen haben.

In Divisadero am höchsten Punkt der Reise haben wir einen Übernachtungsstopp eingelegt. Mitten im Canyon auf über 2500 m Blick in Schluchten…lag das Hotel. Atemberaubende Eindrücke. Das Hotel hatte den Charme eines Skiortes, kalt genug war es auch….minus biberbibber.

Den nächsten Tag ging es weiter und wir machten in der Stadt Creel Station. Wenn man es nicht besser wüsste hätte man gedacht man wäre in einer Westernstadt in USA, oder in einem Film mit Clint Eastwood…fehlt nur noch , dass wir die Pferde anbinden müssen 🙂

Von dort aus machten wir Ausflüge zum Lago Ararko und zu den Steinformationen (einige sehen aus wie Penisse) riesige Dinger, andere wie Frösche oder sogar ein Elefant….dann noch zu den deutschsprachigen Mennoniten . Da musste Manni unbedingt noch ne Leberwurst mitnehmen (im Handgepäck bei mir) also wie das ausging kann man sich denken. Dem Sicherheitstyp hab ich guten Appetit gewünscht….

Die letzte Station sollte dann Mexico Stadt sein. Da wir alle keine grossen Städte mögen hatten wir nur eine Nacht gebucht, was sich aber als Fehler rausgestellt hat. Die Stadt ist es Wert mehrere Tage dort zu verbringen….schade, aber so isses eben.

Zurück in Cancun verbrachten wir dann noch gemeinsame schöne Tage mit angeln, kochen, baden und zugegeben auch den ein oder andern Schwips….

Der Angel König war Karsten mit sage und schreibe 12 gefangenen King Makrels, gefolgt von Janno seinen 5 (inkl. dem grössten) dann Hanno’s 2 und Manni’s. 1er. Ich weiss ganz sicher Manfred hätte die Krone verdient, weil er immer unser Angelkönig war…aber auf dem Boot war ihm nicht gut…ist halt was anderes wie auf der Elbe 🙂

Auf nach Guatemala! Die Jungs wollten sehen wo wir die letzten Monate verbracht haben und wollten wissen was diesen Ort so besonders macht. In der Hauptstadt angekommen ab in Bus und runter an Rio. Die Marina Manager von Monkey Bay Marina Jim und Kitty haben uns mit Mrs.Grey abgeholt und zur Marina gebracht. Das Wiedersehen war schön und sofort wurde eine Party organisiert…..ich glaube die Jungs wussten relativ schnell warum es uns so gut gefallen hat….

Aber auch die Episode ging viel zu schnell vorbei und wir sind Richtig Antiqua aufgebrochen um den Vulkan und die alte Hauptstadt zu sehen. Alles in allem war es wieder eine fantastische Zeit mit 3 ganz wunderbaren Menschen….jederzeit wieder!!

Januar 2019

Den Rio zu verlassen hat uns ein paar Tränen gekostet. Liebgewonnene Freunde zurück lassen, Abschied nehmen von Liesel und Guido, sie führen ein Restaurant Dream Catcher mit kleinem Hotel, Don und Pam, Oddvar und Guri mit ihren drei tollen Kindern, Eddi und Margo ein Holländisches Ehepaar mit all den netten Menschen hatten wir fast 8 Monate geteilt. Es war eine sehr interessante, lustige, feucht fröhliche, und vor allem eine nie langweilige Zeit mit ihnen. Aber wie heisst es so schön: „see you somewhere, someday“

Die Angst die wir beim ersten mal hatten die „Barre“ also die Sand Bar zu überqueren hatten war nachdem wir es ja schon einmal gemacht hatten noch größer als beim ersten mal. Und es war: “ einfach schrecklich“!!!!! (wenn ich das mit dem Programm endlich mal raus hab, dann stelle ich ein Video ein, damit man ungefähr weiss von was ich rede). Wir waren 2 Stunden vor dem Hochwasser in Livingston zum auschecken. Ein befreundetes Ehepaar aus Deutschland ebenfalls, die wollten aber das Hochwasser nicht abwarten und sind früher los. Janno war noch mit den Formalitäten beschäftigt, beobachtete ich über mein Fernglas was da bei Morada los war. Hugo zog mit dem Fischerboot Wally an dem Grosssegelfall um die Morada flach zu legen, aber der Wind drückte die beiden mit ihrem Boot in eine andere Richtung. Also für mich sah das aus als würde jemand das ∫not über den Sandstrand ziehen…..

mir war ganz schlecht, ich habe versucht Janno das gesehene wiederzugeben, habe aber wohl (Gott sei Dank) nicht sein Gehör gefunden….. also als es dann an uns war aufzubrechen hätte ich mich fast übergeben. Es kam wie vorausgeahnt…schreckliche 30 Minuten die in Worte kaum zu fassen sind. Ich werde nie Seekrank, wirklich nicht, aber auf diesem kurzen Stück verging mir alles. Jetzt fühle ich ganz anders mit Menschen mit Seekrankheit. Sorry ! Ich kannte es nicht… Aber um es kurz zu machen: mit Mr.Grey werden wir nicht mehr über die Sandbank schleifen, kratzen oder sonst wie rübergezerren.

Die erste Nacht im Karibischen Meer war einfach nur herrlich…..doch am nächsten Morgen kam schon der nächste Schock. Unsere Batterien lassen uns im Stich. Wir müssen zusehen, dass wir in einen Hafen kommen, um die Batterien zu tauschen. Um es etwas einfacher zu machen: wir brauchen 4 x 50 kg AGM Batterien. Die kann man nicht überall bekommen…. also die Planung wieder übern Haufen geschmissen. Wir wollten schön gemütlich über Belize nach Mexico hoch segeln. Nun so schnell wie möglich ankommen, weil wir ja Besuch erwarten und auch mit unseren Freunden segeln wollen.

Mit zwei Übernachtungsstopps und etlichen Squalls erreichen wir in den Morgenstunden Isla Mujeres, die Insel der Frauen. Marina Paraiso sollte die nächsten 8 Wochen unsere neue Heimat werden…….

Mit dem Hafenmeister wurde kurzerhand ein Kontakt in die USA hergestellt, die AGM’s sollten praktisch in 10 Tagen da sein. Wunderbar! was will man mehr, schließlich sind wir in Mexico. Ach und by the way…zahlbar im Voraus, logisch kostet ja ne Stange Geld.

Nach unserer Rechnung sollten die Batterien noch vor unseren Freunden ankommen. Aber das taten sie nicht….gut, dass wir noch eine Mexico Rundreise geplant hatten bevor wir wieder über Belize nach Guatemala segeln wollten. Bis dahin sind die Batterien SICHER da…Ja sollen ankommen, wenn wir in Los Mochis sind……auf der anderen Seite von Mexico also an der Pazifikküste. (Hafenmeister wird sie schon für uns annehmen )….